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‚Walter Schmiele – Mit wenigen Strichen…Porträts und Glossen’


Autor Walter Schmiele
Hrsg. von Corona Schmiele. Mit einem Vorwort von Sven Hanuschek.
Veröffentlichung: 2010
GHL-Nr.: 116


Zum Inhalt
Der Band enthält 13 literarische Porträts und 18 Glossen.

„Walter Schmiele war für mich ein abgeklärter Zeitzeuge mit scharfen, pointierten Urteilen, der eine „unzerstörbare Welt“ in sich trug, der etwas ausstrahlte, was man heute vielleicht ‚Ganzheitlichkeit‘ nennt. […] Ein Stilist von hohen Graden, mit Ansprüchen auf eine erlesen-subtile Geistigkeit, aber mit einer vergnügten polemischen Pranke.

Der vorliegende Band liefert nur einen kleinen Ausschnitt, den aber auf dem Gebiet, auf dem Schmiele wohl am meisten exzelliert hat: auf dem literaturkritisch-essayistischen. Der Publizist Walter Schmiele wird hier mit einem breiten Spektrum von Arbeiten vorgestellt, viele davon als Rundfunkbeiträge, zumal die Glossen für „Vom Geist der Zeit“, ungedruckt, einige aus der „Frankfurter Zeitung“, bis sie 1943 verboten wurde. Viele Themen werden ganz unvoreingenommen angegangen, Beiträge eines ‚Selbstdenkers‘, der das Seine sagen will, oft bis heute aktuell […] Schmieles Themenwahl, auch die der literarischen Essays, zeigt ihn als habituellen Oppositionellen…“ (Sven Hanuschek in seinem Vorwort

 
Leseprobe
" (...) Friedrich von Spees Cautio Criminalis sollte unter den Schriften, die sich im 16. und 17. Jahrhundert gegen die religiöse Barbarei der Hexenverbrennung richteten, den breitesten Erfolg haben. Seinem Ordensbruder Tanner, dem Kanzler der Prager Universität, der in seiner Theologia scholastica wenige Jahre vor Spee gegen den Hexenwahn Front gemacht hatte, drohten die dominikanischen Inquisitoren, sie würden die Folter an ihm erproben, wenn sie ihn erwischen könnten. Spee ließ sich nicht abschrecken. Seine Bemühungen, dem Unwesen ein Ende machen zu helfen, wussten sich in einer guten Tradition. Ulrich Molitor hatte als erster deutscher Theologe den blutigen Aberglauben zu erschüttern gesucht, Cornelius Agrippa von Nettesheim die den Prozessen zugrunde liegenden Ideen als eine occulta philosophia erwiesen und die Helligkeit seines Geistes nach der Anklage wegen Zauberei mit Gefängnis gebüßt. Der Trierer Schultheiß Dr. Flade musste seinen Kampf gegen den Irrwahn mit dem Tode bezahlen; er starb den Tod, den er anderen ersparen wollte, den des Scheiterhaufens. (...) " - Aus: Friedrich von Spee: Dulder, Zweifler, Dichter
" (...) Die Vorsichtigen ahmen den Krebsen nach, gehen rückwärts hinein und empfehlen sich durch zahllose Verbeugungen jeder heranrollenden Welle; bald aber plätschert, tanzt und schwimmt es durcheinander wie eine Schar von schwarzen Dämonen, und das Publikum am Ufer liegt im Sande und lacht sich halb zu Tode, denn es kommen gestalten und Szenen zum Vorschein, die selbst den schwärzesten Melancholiker zur Heiterkeit stimmen müssten. Am pikantesten aber wird die Bade-Komödie, wenn eine Gestalt nach der anderen wieder auf das trockene Element zurückkehrt - nun sind sie wahrhaft abschreckend. Die Wohlanständigen lassen sich schnell von befreundeter Hand einen Mantel oder Schal umwerfen, die Ungenierten gehen oder laufen triefend wie sie sind nach der Badekabine, wo sie die irdische Hülle wieder finden, nebst einem Bad für die mit Sand bedeckten Füße (...) " - Aus: Luise Büchner, Ein Stück Normandie SS. 18/19

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