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Darmstädterinnen unterwegs - Reiseberichte von Luise Büchner, Luise von Ploennies, Alice von Hessen und bei Rhein, Louise von Gall, Marie zu Erbach-Schönberg, Hermione von Preuschen


Autorin / Hrsg.: Agnes Schmidt
Veröffentlichung: 2009-11-08
GHL-Nr.: 115


Zum Inhalt
Das Buch enthält Auszüge aus den Reiseberichten der Schriftstellerinnen Luise Büchner (Normandie), Louise von Gall (Ungarn) und Luise von Ploennies (Belgien), Briefe von Alice von Hessen über ihren Aufenthalt in den Alpen, den Bericht über die Bulgarienreise der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg und Teile der Autobiografie der in Darmstadt aufgewachsenen Malerin und Dichterin Hermione von Preuschen.

 
Leseproben
" (...) Deutschland wichtigstes Feuilletonblatt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das Stuttgarter Morgenblatt für gebildete Stände/Leser, war eine der ersten Zeitungen, die ab 1840 regelmäßig Reiseliteratur von Frauen veröffentlichten. Zu den ersten Autorinnen, deren Reisebeschreibung in Fortsetzungen im Morgenblatt erschien, gehört die Darmstädterin Louise von Gall. Die Beschreibung einer Reise nach Ungarn im Jahre 1841, in ein damals als exotisch geltendes land, gefiel den Lesern des Blattes so gut, dass sie die Autorin, obwohl sie ihren Namen nicht vollständig preisgab, nicht nur in Deutschland, sondern in Österreich und natürlich auch in Ungarn bekannt machte. In Ihrem Bericht erscheint übrigens neben der Kutsche als neues Verkehrsmittel das Dampfschiff, das seit den 1820er Jahren das reisen auf den großen Flüssen Europas beschleunigte (...) " - Agnes Schmidt im Vorwort‚ Reisebeschreibungen von Frauen im 19. Jahrhundert', SS. 11/12
" (...) Sobald nun diese (die Flut) herankommt, ziehen sich Herren und Damen in die Kabinen zurück, um bald in einem wahren Schornsteinfeger-Anzug wieder zu erscheinen, Die schönsten, elegantesten Frauen sind kaum wieder zu erkennen in den schwarzen, weiten Beinkleidern, die bis zum Knöchel reichen, den kurzen schwarzen Blusen, die durch einen Gürtel zusammengehalten werden, und der gelben Wachstuchhaube, welche den Kopf bedeckt. Wäre Venus in diesem Kostüm aus dem Meere gestiegen, es würde den alten Kirchenvätern Homer und Hesiod gewiss niemals eingefallen sein, sie zu Schönheitsköniginnen zu erheben (...) "
" (...) Die Vorsichtigen ahmen den Krebsen nach, gehen rückwärts hinein und empfehlen sich durch zahllose Verbeugungen jeder heranrollenden Welle; bald aber plätschert, tanzt und schwimmt es durcheinander wie eine Schar von schwarzen Dämonen, und das Publikum am Ufer liegt im Sande und lacht sich halb zu Tode, denn es kommen gestalten und Szenen zum Vorschein, die selbst den schwärzesten Melancholiker zur Heiterkeit stimmen müssten. Am pikantesten aber wird die Bade-Komödie, wenn eine Gestalt nach der anderen wieder auf das trockene Element zurückkehrt - nun sind sie wahrhaft abschreckend. Die Wohlanständigen lassen sich schnell von befreundeter Hand einen Mantel oder Schal umwerfen, die Ungenierten gehen oder laufen triefend wie sie sind nach der Badekabine, wo sie die irdische Hülle wieder finden, nebst einem Bad für die mit Sand bedeckten Füße (...) " - Aus: Luise Büchner, Ein Stück Normandie SS. 18/19

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