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'Es wäre der Mühe wert zu untersuchen…'
Wenck, Merck, Lichtenberg und die Pädagogik der Aufklärung


Autor: Ludwig Fertig
Veröffentlichung: 2009
GHL-Nr.: 114


Zum Inhalt
Der Band enthält folgende Kapitel:
  • "Der Keim der Trefflichkeit", Johann Martin Wenck
  • "Empfehle mich diesem wackeren Manne recht angelegentlich", Verflechtungen
  • "… bei meinem Studieren in der Jugend", Bildungsgang und Berufspraxis
  • "Mit Beisetzung aller Pedanterey…" Helfrich Bernhard Wenck und die Pädagogik
  • "Nicht Sätze, sondern Taten sind ein guter Unterricht", Mercks Rezensionen
  • "Die Schulen - gelehrte Raspelhäuser", Lichtenberg und die Pädagogik
  • "Tüchtige Subjekte" bilden. Zeitbezüge
Anmerkungen und eine Zeittafel folgen am Ende.

 
Leseproben
" (...) Lichtenbergs Vorbehalte gegen jede Art von forciertem Verbalismus, die Überzeugung, die Bekanntschaft mit den Sachen sollte dem Lernen der Sprachen vorangehen, mußte zwangsläufig die Ablehnung der hergebrachten gymnasialen Bildung, mit ihrer Vertiefung in die Welt der Antike, verstärken: "Die Griechen verdarben möchte ich fast sagen nicht die schönste Zeit ihrer Jugend mit Erlernung von toden Sprachen und so lernten [sie] die Sprachen, die sie nötig hatten, durch die Sachen und nicht wie wir umgekehrt in unzähligen Dingen die Sachen durch die Wörter. Plutarch war schon ziemlich bei Jahren, als er Latein lernte." Ob Lichtenberg wusste, in welch langer Tradition er mit seiner Polemik gegen den exzessiven Verbalismus stand, ist nicht bekannt; jedenfalls forderte z. B. schon Wolfgang Radke im frühen 17. Jahrhundert: "Erst ein Ding an ihm selbst, hernach die Weise von dem Ding. (...) " | Aus: "Die Schulen - gelehrte Raspelhäuser"¸ Lichtenberg und die Pädagogik SS. 55/56
" (...) Aber über eine Notwendigkeit waren sich alle Pädagogen und pädagogisch Engagierten einig: Die Unterweisung sollte nicht deduzierend der Umsetzung eines irgendwie gearteten Systems diesen oder zweifelsfreie Lösungen verordnen, sondern auf das eigene Denken der lernenden bauen. Wenck fordert z. B. 1778, der Lehrer müsse bei Übersetzungsübungen "den Schüler immer erst seine eigenen Versuche machen lassen", Merck betonte 1776, die "Bildung ihres Kopfs" sei den Kindern dann möglich, wenn ihnen "Wissenschaft und Wahrheit" nicht schlicht mitgeteilt werden. Lichtenberg fragte sich, auch in dieser Zeit, "ob man nicht, Denker zu ziehen, die Kinder alles auf das Letzte hinaus untersuchen lassen muss. (...) " - Aus: "Tüchtige Subjekte bilden" Zeitbezüge S. 78

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