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'Auf der Bühne unserer Phantasie'
Ausgewählte Schriften


Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Vita Huber
Autor: Gerhard F. Hering
Veröffentlichung: 2008
GHL-Nr.: 113


Zum Inhalt
Der Band enthält folgende Texte:
  • Da bemerkte ich: dies ist Literatur
  • Antwort auf eine Umfrage
  • Über Shakespeares "Julius Caesar"
  • Über Shakespeares "König Lear"
  • Über Shakespeares "Macbeth"
  • Vorschule der Klassiker-Regie
  • Zur Inszenierung "Emilia Galotti"
  • Plädoyer für Franz Grillparzer
  • Zum Thema "Ein Bruderzwist in Habsburg"
  • Hofmannsthal und die Sprache
  • Der Lehrer Friedrich Gundolf
Sowie von Vita Huber: "Gerhard F. Hering" und "Nachwort"

 
Leseprobe
" (...) So wurde der "Bruderzwist in Habsburg das eigentlich polyphone von Grillparzers Dramen. Es hat die meisten Figuren. Die reichsten Farben. Der "Bruderzwist" ist Zeitgemälde als Schilderung des österreichischen Barock. Symphonische Bühnenhandlung als Organisation der eben skizzierten Wirkungs- und Charakterbereiche, Seelenstudie, Selbstabbild und staatsphilosophisches Bekenntnisdrama als Rollenstück; in der Gestalt Rudolfs II., des greisen "Grübelkaisers" als einer Beschwörung eigenen Lebens, eigener Gesinnungen und eigener Verhängnisse in geschichtlichem Stoff. Der Kaiser ist wie der Dichter sich selbst nah: launisch und eigensinnig, mürrisch und argwöhnisch. Verlangend nach Glück und Frieden, Ordnungsstreng. Ein Schauender, durchblickt er den Schein. Aber ihm mangelt die Kraft, Geschautes zu verwirklichen. Er kann die Wesen nicht wandeln, die Welt nicht einrenken, die aus den Fugen kam. Er kann nicht tun, was er weiß. Zag und zögernd wie er, der Kaiser, auf niederer Stufe ein getrübteres Abbild seiner selbst in engerem Bezirk; Wolf Rumpf, der Kämmerer. Heller und auf des Kaisers gebrochene Tugenden ungebrochen antwortend, korrespondieren, in unbedingter Treue ihm ergeben, ein Jüngling und ein Greis: Herzog Leopolds selbstlos-feurige Jugend und des Herzog Julius von Braunschweig lautere Gefolgschaft und weise Altersreife. So schließt sich der Ring. Rudolfs Selbstgespräche und Ansprachen bezeugen was Grillparzer von der Krisis des Herrschens und der Gewissensnot der Herrschenden gewusst hat. Vom Schuldigwerden im Tun. Von Schuldigwerden im Geschehenlassen. (...) " | Aus: Plädoyer für Franz Grillparzer, S.55/56

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