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‚Hans Schiebelhuth 1895 - 1944'
Ein Lyriker aus Darmstadt


Vortrag vom 16.9.2008
Autor: Fritz Deppert
Veröffentlichung: 2008
GHL-Nr.: 112


Zum Inhalt
Fritz Deppert entwickelt in seinem Vortrag die Biographie des Dichters in Verschränkung mit wesentlichen Aspekten der Zeitgeschichte und der literarischen und bildnerischen Kultur, in der das dichterische Werk entsteht. So wird Schiebelhuths dichterische Entwicklung, die ihn immer wieder zu hervorragender Poesie befähigt, vorteilhaft transparent, wie dies gegen Ende des Vortrags an einigen interpretierten Beispielen in besonderer Weise deutlich wird.

 
Leseproben
" (...) Seine Übersetzungen des amerikanischen Schriftstellers Thomas Wolfe machen ihn bekannt und werden auch vom Verfasser hoch gerühmt. Sie bringen ihm den literarischen Erfolg, der ihm mit den eigenen Gedichten versagt bleibt. Begeistert reagieren die Kritiker in den deutschen und amerikanischen Feuilletons auf den 1932 bei Rowohlt erscheinenden Roman "Schau heimwärts, Engel!" und sprechen von kongenialer Übersetzung, poetischer Neuschöpfung und Meisterleistung. 1936 folgt Wolfes "Von Zeit und Strom",1937 "Vom Tod zum Morgen". Neben anderen, heute vergessenen Autoren, übersetzt er Pierre Corneille, Denis Diderot und William Faulkner. Hervorzuheben daneben seine Übertragungen chinesischer Gedichte (1965 erschienen bei der Gesellschaft der Hessischen Literaturfreunde, aus dem Nachlass herausgegeben von Fritz Usinger), im Besonderen die Gedichte des Li-Tai-Po. Ihre lyrische Schönheit und Sprachkunst lässt sich noch heute beim Lesen nachempfinden. (...) "
" (...) In den Jahren 1926 bis 1929 lebt er mit seiner Frau in deren Heimat in den Vereinigten Staaten von Amerika. In Hollywood trifft er den Freund Ludwig Berger wieder, der zum international bekannten Filmregisseur avanciert ist; der nennt ihn "lahmärschig, mundfaul, traumträg, müßiggängerig", weil er trotz aller Chancen, die ihm hier geboten werden, "nichts aus sich macht". Das liegt meines Erachtens an zwei Faktoren, an der Leidenschaft zum lyrischen Gedicht, die durch keine andere Herausforderung zu verdrängen oder zu übertrumpfen ist, aber auch an der Herzschwäche, die schon wenige Jahre später ganz zum Verstummen Schiebelhuths führen wird, denn er wird nicht einmal mehr Gedichte schreiben und nur das Übersetzen mühsam gegen die eigenen Kräfte fortführen. (...) "

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