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'Mein Theaterbuch - Essays zu Dichtern und Komponisten, Themen und Szenarien'


Autorin: Vita Huber
Veröffentlichung: 2006
GHL-Nr.: 110


Zum Inhalt
"Dieser Band enthält achtunddreißig ausgewählte Beiträge über Dichter und Komponisten, von der zweiten Hälfte des 17. bis zum Ende des 20, Jahrhunderts. Die Sammlung entstand in einem Leben am und mit dem Theater und ist ein Teil dramaturgischer Arbeit, die Inszenierungen begleitet und versucht, Themen und Szenarien Interessierten näher zu bringen. Denn alles ist, was einmal war, sofern man über das entsprechende Sensorium dafür verfügt. Eine Einheit ergibt sich in diesem Buch lediglich mit der Vielseitigkeit und Vielfarbigkeit, die vielleicht, die Vorstellungskraft der Leserinnen und Leser anregen. Daher ist diese Reihe weniger zum kontinuierlichen Lesen von der ersten bis zur letzten Seite gedacht, vielmehr eher als ein Wandern durch wechselnde Zeiten unserer Theater- und Kulturgeschichte…" (Aus dem Vorwort)

 
Leseproben
" (...) Gounods "Roméo et Juliette" ist ein Stück der Nacht, einer Ballnacht, einer Mondnacht im Garten, einer Liebesnacht, einer ewigen Nacht. Sie handelt von einem Traum, der geträumt wird, von einem Leben ohne Feindseligkeiten, ohne Zwietracht. Der Beginn übernimmt den Prolog Shakespeares in schwermütiger Weise, endgültig ist die Botschaft des Finales bereits am Anfang. Ist bei Shakespeare Romeo in der Schlegelschen Übersetzung "ein Flattergeist", so ist er bei Gounod bereits überschattet von der Ahnung, daß er bald sterben werde. Juliette, "Je veux vivre" will noch diesen einzigen Tag in ihrer Traumwelt leben. Wie Mercutio in seiner Ballade von der Königin der Phantasie fabuliert, ist Mab, die Beherrscherin des schönen Trugs und der Gedanken, unterwegs, und sie spinnt Juliette in ihren Walzer ein, wie Roméo in seine neue Liebe beim Anblick Juliette (...) " - Aus: Adieu ma vie… Zu "Roméo et Juliette" von Charles Gounod
" (...) Wie der junge Brecht sich Büchner verbunden fühlt, man denke an "Baal", so Büchner seinem geistigen Bruder Jakob Michael Reinhold Lenz. Dessen Schauspiel "Die Soldaten" - durch Bernd Alois Zimmermann zu einem exemplarischen Werk des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts geworden - gibt schon den Blick frei auf Hierarchien und menschenverachtende Mißstände, die in diesem Fall die Bürgerstochter unter die Räder bringen, eine Namensschwester von Woyzecks Marie. Sie verliert ihre Ehre, ihren Stand und findet sich hungernd auf der Straße wieder. Büchners Marie, die an Besitz nichts zu verlieren hat, keinen Stand, keinen Ruf, verliert ihr Leben. So geht Büchner im Sozialkritischen über Lenz hinaus, an dem ihn nicht nur seine Dramentechnik fasziniert, seine Phantasie, Ironie und Fähigkeit zur Kritik und Emanzipation von Goethe und der Klassik, sondern auch sein Leben: das Gewittrige seines Geistes, der Scharfsinn und der Wahn, die Schübe in den Irrsinn bei hellster Einsicht. (...) " - Aus: Ich bin vielem auf der Spur - Zu "Wozzeck" von Alban Berg

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