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'Alexander Büchner - Ausgewählte Schriften'


Autor: Ludwig Fertig
Veröffentlichung: 2005
GHL-Nr.: 109


Zum Inhalt
Der Auswahlband enthält neben der Einleitung des Herausgebers : Leben und Werk eines Ruhelosen 9 Texte Alexander Büchners in gekürzter Form oder als Ganztext. Darunter sind die Autobiographie "Das tolle Jahr", "Eine Criminalgeschichte von früher", die den Jurist im Staatsdienst vor Gericht brachte, "Lord Byron und die satanische Schule", "Studien über Calderon" und den "Essai über Henri Heine". So macht diese Veröffentlichung das Werk des bei uns noch weithin unbekannten Bruders von Georg Büchner dem interessierten Leser zugänglich. - Literarische Arbeiten, literaturwissenschaftliche Abhandlungen und Biografisches legen ein lebendiges Zeugnis von der reichen Begabung ihres Autors ab.

 
Leseproben
" (...) Die Bänke des Gymnasiums zu Pensionopolis waren schon blank gesessen, als die Zeitgenossen meiner Jugend, mich selbst mit inbegriffen, sich darauf niederließen. Wir rutschten sie noch blanker, während uns die Beine unter dem Tisch fortwuchsen, bis die Hosen immer kürzer und die Gesichter der guten Eltern immer länger wurden. Die Bildung begann mit Latein und Griechisch und hörte mit Griechisch und Latein auf, und unsere Vertraulichkeit mit Satz- und Verbalbau dieser Sprachen wurde mit der Zeit immer größer, obwohl uns andere Vertraulichkeiten lieber gewesen wären… Selbst in Arkadien gab es Gemüter, welche meinten, die lateinische Syntax und die griechische Etymologie nähmen sich in schussfreier Entfernung oder gar aus der Vogelperspektive am allerbesten aus… Was uns auf dem Dulderpfad von einer Kreuzstation zur andern, von der Septima bis zur Selecta, aufrechterhielt, das war weniger der Wissenstrieb als der Wunsch, den Knabenschuh mit dem Studentenstiefel zu vertauschen. Das Gymnasium nun war der Hirsebrei, durch welchen man sich durchzuessen hatte, um in das Schlaraffenland des Burschentums zu gelangen (...) " - aus: Das "tolle" Jahr. Vor, während und nach. Von einem der nicht mehr toll ist. Erinnerungen
" (...) Byron ist demnach ein rein subjektiver Dichter, und aus dieser Grundeigenschaft ergeben sich alle ferneren Eigenthümlichkeiten, die Vorzüge wie die Mängel seiner Dichtung. Er ist wesentlich Lyriker, seine Empfindung begehrt vor allen Dingen einen Ausdruck, seine Anschauungsweise will sich an Allem, was ihr vorkommt, geltend machen, und da seine Gefühle meist edel, seine Anschauungen immer erhaben sind, so hat er, mit Ausschluß natürlich der frühesten Jugend- und Gelegenheitsgedichte, auf rein lyrischem Gebiet kaum Etwas geleistet, was nicht den Stempel hoher Vortrefflichkeit trüge. Anders gestaltet sich dieses Verhältniß in den anderen Dichtungsgattungen… So sehen wir ihn denn auf dem epischen Gebiet die Gränzen dieser Dichtgattung fast beständig überschreiten, und die beiden großen Gedichte, welche er in dieser Gattung schrieb, der Child Harold und der Don Juan, sind so mit lyrischen, descriptiven und satirischen Stoffen durchmischt, dass sie kaum noch Epen genannt werden können, wobei denn die hohe Schönheit der Einzelheiten unter der Mischlingsgattung des Ganzen sehr leidet. In der, aus lyrischen und epischen Elementen gemischten Gattung der Romanzen dagegen…kam ihm jene willkürliche Neigung sehr zu Statten und schuf Werke, welche sowohl unter den Seinigen als unter Allem von gleicher Gattung in der vordersten Reihe stehen (...) " - aus: Lord Byron und die satanische Schule

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