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'"Abderitismus" und "Kuhschnappelei" oder: Das Genie in der Reichsstadt - Anmerkungen zu Schubart, Wieland und Jean Paul'


Autor: Ludwig Fertig
Veröffentlichung: 2004
GHL-Nr.: 107


Zum Inhalt
Die vielfältigen Facetten einer exemplarischen Schilderung der reichsstädtischen Kultur des späten 18. Jahrhunderts und ihres Einflusses auf Leben und Werk der in sie eingebundenen Autoren werden in den Kapitelüberschriften pointiert angestimmt:
  • Einleitung "Reichstadt-Welt"
  • "Eine ewige, langweilige Monotonie". Schubart in Geislingen
  • "Verbannung zu Barbaren". Wieland in Biberach
  • "Die Verfassung unseres merkwürdigen Reichsplatzes". Zu Jean Pauls "Siebenkäs"
  • "...genialisch über diese Reichsstadt-Welt erhoben". Kritische Intelligenz und unkritisches Milieu. Resümee
Die sich im Gegensatz zur höfischen Kultur des Adels in traditionalistischer Beschränkung gefallende Reichsstadtkultur wird in Hinblick auf das Wohl und Wehe der in ihr angesiedelten Autoren am Beispiel dreier exponierter Schriftsteller untersucht.

 
Leseprobe
" (...) Vorerst blieb Geislingen und die Stille der Philisterwelt für den stürmischen und ins Weite drängenden Schubart. "Hier in Geislingen passiert nichts", schrieb er dem Schwager Böckh 1767. "Eine ewige langweilige Monotonie liegt auf uns und macht, dass ein Narr den anderen angähnt. Unser Herr Pastor steckt Bohnen und liest Intelligenzblätter; der Herr Helfer steht auf seinem hölzernen Absatz, droht der gottlosen bösen Welt mit seinem Zeigefingerlein den Untergang, liest des Peter Rabus Ketzerhistorie und zeugt fleißig Kinder. Der weltliche Stand rüpft Parteien, spielt, schmaust, flucht über die Pfaffen und ist mit dem Privilegio zufrieden - ungestraft stehlen zu dürfen. … Der Bürger ist dumm, hochmütig, arm, ein Sklav, trägt silberne Schnallen und frisst Haberbrei. Unsere Amazonen beherrschen die Männer, bevölkern ihren Misthaufen mit Dummköpfen, lästern und haben silberbeschlagene Bibeln (...) "

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