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'Kriegsjahre 1939 - 1944 im Hessischen Landestheater'


Autor: Heinrich Keil
Veröffentlichung: 2003
GHL-Nr.: 104


Zum Inhalt
Aus der Feder eines Theaterbegeisterten stammt dieser Bericht über die Arbeit am Hessischen Landestheater in Darmstadt in der vom 2. Weltkrieg und der Herrschaft des Nationalsozialismus geprägten Zeit bis zum Untergang des ehemaligen Residenztheaters im Bombenhagel des 11. September 1944. Im Anhang gibt Heinrich Keil eine Auflistung aller Inszenierungen in Schauspiel und Oper mit Hinweisen auf die Mitwirkenden auf und um die Bühne. Ein umfangreicher Bildteil stellt einzelne Inszenierungen vor.

 
Leseproben
" (...) Bei einer Aufführung (Zigeunerbaron 1941) kam es zu einem bemerkenswerten Zwischenfall. Als Kurt Reinhold - (als Graf Homonay) - im letzten Akt bei der Rückkehr der Truppe aus dem Krieg seinem Text gemäß rief: "Der Krieg ist aus!", brüllte jemand aus dem Publikum - man war ja mitten im Zweiten Weltkrieg - laut und vernehmlich "Bravo!", worauf die Zuschauer heftig und lange applaudierten - eine unverkennbare Demonstration von Darmstädtern gegen den Krieg und damit auch gegen das NS-Regime. Begreiflicherweise ist das nie in die Öffentlichkeit gedrungen. (...) " - aus Kapitel 1940/41
So kam es schließlich zu dem für Darmstadt so verhängnisvollen 11.9.1944. " (...) Das folgende Inferno, das die gesamte Darmstädter Innenstadt gemäß dem kriegsverbrecherischen "dehousing-Projekt" der englischen Kriegsführung total vernichtete, ist oft genug geschildert worden, so dass ich mit hier Einzelheiten ersparen kann… Am nächsten Morgen wagte ich mich über die noch begehbare Bismarckstraße in die raucherfüllte, durch Haustrümmer fast zugeschüttete Kasinostraße, stolperte entsetzt über tote, oft halbverbrannte Menschen, trat unversehens auf einen Pferdekadaver und gelangte über die Rheinstraße, in der Häuser teilweise noch brannten, zum Anfang der Neckarstraße… Nach Hause zurückgekehrt, galt - wie konnte es anders sein - der nächste Weg dem Theater. Vom Herrngarten aus schien das Gebäude des Großen Hauses unversehrt, aber rasch erwies sich die aufkeimende Hoffnung als trügerisch. Der Bau war bis auf einige Seitenteile ausgebrannt, das Dach eingestürzt, Bühnen- und Zuschauerraum vernichtet, das Nebengebäude schwer beschädigt, das Kleine Haus eine klägliche Ruine. Ein für mich wesentlicher Lebensabschnitt war zu Ende (...) " - aus Kapitel 1944/45

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