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'Kündigungsgrund'


Autor: Kurt Sigel
Veröffentlichung: 2002
GHL-Nr.: 102


Zum Inhalt
Der Band enthält den Bericht "Kündigungsgrund", zwei Erzählungen: "Herzschlachten oder: Zwei Beziehungskriege" und "Ein verpfuschter Abend oder : Erinnern an ein pubertäres Ereignis" sowie die Groteske "Tangine".

 
Leseproben
" (...) Herr Meier
Was Sie heute sind, sind Sie durch uns
Auf unsere Kosten
Das merken Sie sich.
Sie sind Angestellter bei uns
Und kein Sozialfall
Sie werden nicht fürs Faulenzen bezahlt und fürs
Bloß-Rumhocken,
was Sie privat machen ist uns egal
Dichter dürfen Sie von uns aus nach Feierabend sein
Solange Sie nicht unseren Ruf schädigen
Mit Ihrem Geschreibsel
Sie identifizieren sich zu viel mit sich selbst
Und zu wenig mit der Firma (...) " - aus: Kündigungsgrund
" (...) Warum erzähl ich das? Weil da - ein fremdes Mädchen nackt in meiner Badewanne hockte. Ich muß einen seltsamen Laut ausgestoßen und überhaupt urkomisch ausgesehen haben, denn das Mädchen begann lauthals zu lachen. Ich war immer noch sprachlos. Da stand ich nun völlig nackt einem nackten Mädchen gegenüber - einem nur bis knapp unter dem Nabel nackten Mädchen, wie ich jetzt feststellte, denn unter seinem glatten, leicht gewölbten Bauch schimmerte ein Fischleib. Er wuchs aus den Hüften und war über und über mit kleinen, mattglänzenden Schuppen bedeckt. Ich spürte, daß es mich feuerrot überlief, konnte meinen Blick aber nicht von dem reizenden Luderchen trennen, das so selbstverständlich in meiner Badewanne plätscherte und keine Anstalten machte, seine spitzen Brüste mit den Armen zu bedecken. "Wie - kommen Sie denn hierher?" stotterte ich. Sie sah mich mit ihren runden, leicht hervorquellenden Augen unschuldig an und sagte, als sei es das Natürlichste der Welt: "Durch die Wasserleitung." - aus: Tangine

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