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'Deutscher Süden - Dichter an der Bergstraße'


Autor: Ludwig Fertig
Veröffentlichung: 1994
GHL-Nr.: 090


Zum Inhalt
Mit diesem Werk hat der Autor Ludwig Fertig die Bergstraße als Literaturlandschaft in den Blick gerückt. Von den im Kloster Lorsch gesammelten antiken und mittelalter-lichen Texten dokumentiert er die die Entwicklung literarischer Aktivitäten in der Region über die Dichtung der Minnesänger, die Leistungen der Heidelberger Humanisten und die Zeugnisse des literarischen Barock und des 18. Jahrhunderts bis hin zur Klassik und Romantik. - Für das 19. und 20. Jahrhundert weist die Literaturgeschichte der Bergstraße eine stolze Zahl von Autoren mit illustrem oder auch heute weniger bekanntem Namen nach: So im poetischen Niederschlag der Sagenwelt des Odenwalds und der Bergstraße mit Jean Paul, Kleist, Chamisso und den Brüdern Grimm und den Poeten der bürgerlichen Revolution wie Scheffel und Hoffmann von Fallersleben. So finden wir den "Sänger der Bergstraße" Ernst Pasqué ebenso wie den "Entgleisten" Wilhelm Holzamer, den Dichter-Arzt Adam Karillon und die Theologen Knodt und Daniel Greiner.

Die Dichterinnen Luise von Ploennies und Helene Christaller finden ebenso ihre Berücksichtigung wie die männlichen Vertreter ihrer Familien in der Welt der Dichtung: Wilhelm von Ploennies und Erdmann Gottreich Christaller. Für die Zeit des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts stehen als Vertreter der literarischen Szenerie der Bergstraße n. a. die Schriftsteller Werner Bergengrün, Hans Schiebelhuth, Erich Kästner und Karl Krolow, ebenso Ernst Kreuder, Georg Kayser, Leo Weismantel und Ernst Glaser.

 
Leseproben
" (...) Es waren schon ungewöhnliche Gesellen, die hier aufzuführen sind: der preußische Fußwanderer von Kleist, der gefährdete und Rastlose; Jung-Stilling, der ehemalige Schneider, Lehrer, Landwirt, Staroperateur und Professor an der Kameralakademie; der Theaterdichter und russische Hofrat Kotzebue, der auch später zu unserer Gegend Beziehung hatte: die "Riesensäule" auf dem Felsenmeer im Odenwald sollte nach seiner Vorstellung als Denkmal auf das Feld der "Völkerschlacht" von Leipzig transportiert werden. (Daß er vom Studenten Sand aus politischen Motiven in Mannheim erdolcht wurde, ist hinlänglich bekannt.) Und es ist in diesem Zusammenhang auch Hölderlin zu nennen: 1806 schaffte man den Widerstrebenden von Homburg nach Tübingen in die Autenriethsche Klinik. Auch später fuhren oder wanderten Unstete oder Bedrohte über unsere Strecke: Im Sommer 1833 wandte sich - nach eingehender Überlegung - Arthur Schopenhauer von Mannheim nach Frankfurt, im März 1835 floh Büchner aus Darmstadt nach Straßburg, zu Ostern 1836 begab sich der blutarme Hebbel nach Heidelberg (...) " - Aus: Der Garten von Deutschland - Reisende Schriftsteller des 19. Jahrhunderts
" (...) Im Weinheimer "Müll"-Viertel, abseits von der besuchten Altstadt und dem Schlossbezirk, gegenüber der Gaststätte "Zur Burg Windeck", verkündet eine Sandsteintafel: "In diesem Hause - früher Gartenhallen zur Burg Windeck - weilten 1843 zum besuche ihrer Weinheimer Freunde - Hecker - Itzstein - Soiron - und der Dichter des Deutschlandliedes Hoffmann von Fallersleben." (…) Er (Hoffmann von Fallersleben) war bei seinem Auftreten in Weinheim fünfundvierzig Jahre alt, kurz vorher wegen seiner "Unpolitischen Lieder" als Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Breslauer Universität seines Amtes enthoben und aus Preußen ausgewiesen worden und durchzog nun als gefeierter politisch verfolgter Wandersänger das deutsche Vaterland, im Bänkelsängerstil seine liberaldemokratische Gesinnung verbreitend und u. a. von Einigkeit und Recht und Freiheit singend. (...) " - Aus: "Ich singe manches Lied…" Hoffmann von Fallersleben in Weinheim

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