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'Der Biograph - Seine Versuche und seine Versuchungen'


Autor: Kurt Schleucher
Veröffentlichung: 1992
GHL-Nr.: 087


Zum Inhalt
Nach einem Vorspann zur Phänomenologie der Biographie und des Biographen betrachtet der Autor folgende biographische Versuche:
  • die autobiographischen Reaktionen bei Bräker, Jung-Stilling und Seume
  • Peter Brown über Augustinus
  • Sven Stolpe über Jeanne d'Arc
  • Rudolf Krämer-Badoni über Ignatius
  • Otto Flake über den Marquis de Sade
  • Brinitzer und Mautner über Lichtenberg
  • Magdalena Padberg über Elsa Brandström
  • Dieter Kühn über Oswald von Wolkenstein

     
    Leseproben
    " (...) Das Spannungsfeld zwischen dem Biographen und seiner erwählten Bezugsperson verändert sich je nach den Annäherungsversuchen des Autors. Kommt er verehrend oder kritisch? Findet er den Intuitivpunkt in der darzustellenden Gestalt, oder um-kreist er sie als Außenseiter? Ist er Schlüsselbewahrer zum Intimbereich oder Späher durchs Schlüsselloch. Will er den verehrten auf einen Sockel heben, oder möchte er sich selbst als Rühmling im Namen des Berühmten erhöhen? Beglückt ihm der schreibende Umgang mit dem Größeren, oder bläht er sich als kongenialer Besserwisser? Entzündet ihn das Erlebnis des Einmaligen, oder will er als kleinlicher Sockelkratzer aufgespürte Fehler des Genies in dessen Andenken ritzen. Fühlt er sich von Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit in Pflicht gehalten, oder überspielt er leichtfertig jede Werteordnung? (...) " - Aus: Spannungsfeld (S. 8)
    " (...) Auslöser bei Dieter Kühn war das Porträt, das sich Oswald von Wolkenstein in Italien 1432 hatte malen lassen. Der Künstler blieb unbekannt, sein Gemälde (wurde) umso bekannter. Es zeigt den Fünfundfünfzigjährigen im vollen Ausdruck seiner Persönlichkeit: einen Mann, der selbstbewußt seinen Willen durchsetzt, einen Erfolgsmenschen im Prachtgewand, mit Orden geschmückt, ein Gesicht wie eine Festung, die sich nicht erobern lässt. Das rechte Auge ist geschlossen, wohl infolge einer Liedlähmung, umso bezwingender das weit geöffnete linke. Forschend und fordernd blickt es in die Welt, von der es sich ein kräftiges Stück herbeiholt. Ein Gesicht ohne Lächeln, zusammengepresste Lippen, in den Mundwinkeln Verachtung, in seiner Kälte herrische Distanz. War das der wahre Wolkenstein, der letzte große Minnesänger? (...) " - Aus: Ich plus Ich - Dieter Kühn über Oswald von Wolkenstein (S. 93)

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