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'Literaturbeamter auf Lebenszeit - Spielräume der akademischen Verwaltung von Dichtkunst'


Essays und Notizen
Autor: Volker Klotz
Veröffentlichung: 1991
GHL-Nr.: 085


Zum Inhalt
Der Band setzt sich mit den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Literaturvermittlung und der Literaturwissenschaft auseinander und regt zum Mut für neue Fragestellungen an. Einzelne Betrachtungen gelten: Dem "hauptamtlichen Dichtungskundler", dem Spielraum Forschung, dem Spielraum Hochschullehre, dem Spielraum Theaterarbeit und dem Spielraum Zeitung und Funk. - Klotz übt Kritik am überkommenen Betrieb und an dessen Instrumentarium. Und er macht Vorschläge für eine dringend erforderliche Neuorientierung literarischer Bildungsarbeit.

 
Leseprobe
" (...) LITERATURBEAMTER AUF LEBENSZEIT. Zwiespältig wie der Titel ist der Sachverhalt, dem er gilt. Bahnbeamte, Postbeamte, Finanzbeamte, die mag man sich immerhin gefallen lassen. Im Staatsdienst und auf Lebenszeit verwalten sie Bahn, Post, Finanzen. Sorgen sollen sie, daß Züge, Briefe, Steuergelder pünktlich ihre vorgesehenen Wege gehen. Das lässt sich ohne weiteres einsehen. Wenn nun aber auch noch Literaturbeamte daherkommen, zuständig für Dichtung, dann muß das befremden. Kann es denn sinnvoll sein, gedruckte Hirngespinste zu verwalten? Ist es nicht eher widersinnig, im Staatsdienst und auf Lebenszeit, dafür zu sorgen, daß sie pünktlich ihre Wege gehen? Die Fragen drängen sich auf. Denn der Status von Literatur scheint unvereinbar mit dem Status von Beamten. Poetische Ordnung - seis die eines einzelnen Werks, seis die einer ganzen Gattung oder Stilepoche - lässt sich nicht übersetzen in irgendeine Staatsordnung. Gemessen daran, wäre jegliche Dichtung unordentlich. Aber auch dort, wo Dichter, um dichten zu können, ihren Lebensunterhalt im Staatsdienst erworben haben, wie Hoffmann und Stendal; oder dort, wo einer gar sein größtes Opus hingedichtet hat auf die allerhöchste Staatsperson, wie Vergil seine Aeneis auf Kaiser Augustus: selbst dort enthalten die Werke anarchische Sprengkräfte. Unweigerlich. (...) " - Aus: Vorbemerkung von Volker Klotz

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