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'Mein Gedicht ist mein Messer - Der Schriftsteller Wolfgang Weyrauch zwischen sprachlichem Experiment und gesellschaftlichem Engagement'


Vortrag vom 7.11.1990
Autor: Ulrike Landzettel
Veröffentlichung: 1991
GHL-Nr.: 084


Zum Inhalt
Neben dem Vortragstext sind zwei Erzählungen von Wolfgang Weyrauch abgedruckt:
"Mit dem Kopf durch die Wand" und "Zu", auf die sich der Vortrag in seiner inneren Thematik bezieht.

 
Leseprobe
" (...) In der Erzählung Mit dem Kopf durch die Wand thematisiert Weyrauch am Einzelschicksal einer Jüdin die Auswirkungen des Holocaust auf die Überlebenden. Im Bewusstseinsstrom der Protagonistin verschmelzen Vergangenheit und gerade Erlebtes miteinander. An ihrem Geburtstag unternimmt die Frau, deren Eltern in einem Konzentrationslager vergast wurden, einen langen Spaziergang durch die Stadt: "Wahrscheinlich wollte ich gerade an meinem Geburtstag feststellen, daß ich die Wahrheit vergessen hatte." Die Leute, denen sie auf der Straße begegnet, aktualisieren jedoch ihre Angst und machen ihr die Ausweglosigkeit ihres Daseins bewusst. Sie nimmt die Menschen nicht mehr als harmlose Passanten wahr, sondern entdeckt "das Mörderische" in den Augen der Fußgänger. (...) "

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