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'Das Unumgängliche'


Gedichte, Prosa, Theater, Essays
Autor: Kurt H. Wolff,
mit einem Nachwort von Peter Heiligenthal
Veröffentlichung: 1988
GHL-Nr.: 079


Zum Inhalt
"...Mit dem vorliegenden Band sind die meisten literarischen Arbeiten Wolffs veröffentlicht: kein umfangreiches Werk, in seiner poetischen Substanz und Kreativität aber um so gewichtigeres Oeuvre. Wie die Begegnung mit ihm vonstatten gehen wird, ist noch nicht abzusehen, kommt es doch, arg verspätet, als modernes zu Lesern, die sich schon in der Postmoderne angekommen wähnen. Vielleicht ist das kein schlechtes Auspizium. Veränderte ästhetische Anschauungen müssen uns ja nicht blind machen für die besonderen Qualitäten eines Werkes, sie können den Blick auch schärfen..." - Aus dem Nachwort von Peter Heiligenthal

 
Leseprobe
" Es steht das Korn, die Sense weht es ab
Es fließt der Wein in wüste Trinkerherzen
Es jauchzt der Mensch und fällt ins Grab
Die Freude jubelt und vergeht in Schmerzen.
Das steht ein Berg. Der Wind fährt drüber hin.
Da steht ein Haus. Die Fensterflügel schlagen.
Zwar bist du da. Doch hältst du kaum mein Kinn.
Ich darf nicht weinen, denn wie könntst dus wagen.

Sind deine Rehe, die der Schnee bekühlt?
Sinds deine Kinder, deren Lachen lächelt?
Sie sind nur Wind, nur wunderbar vereint.

Hast du die Klänge, die den Ton umspült?
Bist du der Schmetterling, den Duft befächelt?
Es ist nur Sein, von wem und wie gemeint. "
" (...) Das Gerücht? Wie kommt das Gerücht dazu, als Nachrichtenvermittlung aufzutreten? Hat es ein monopolistisches Telegraphenbüro? Haben nicht wir selbst, Erzähler des dortigen Spiels, auch diesen vorigen Abschnitt erzählt? Freilich. Aber woher ist unsere Kenntnis: wir müssen gestehn, daß wirklich das Gerücht sie uns lieferte. Nehmen wir an, sie sei wahr, dem Kern nach wenigstens, und wir haben guten Grund dazu, weil wir als seriöse Leute über die Solidität unserer Lieferanten informiert sind. Damit genau beurteilt werden könne, wie weit die Tragweite des Gerüchts trägt, rücken wir es unbarmherzig ins volle Licht. Es ist nach seinem Willen, weil es sich für gut genug hält, die grelle Beleuchtung vertragen zu können: Wir geben ihm auch hier Kredit. (...) " - Aus: Oganda - Die Besessenheit sitzt über Gerücht und Wissenschaft zu Rat und Gericht (1933)

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