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'Laudatio auf Fritz Usinger'


Autor: Robert Mühlher
Veröffentlichung: 1982
GHL-Nr.: 065


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Laudatio gesprochen am 2.11.1980 im Rahmen der Synthema-Tagung VI der Humboldt-Gesellschaft in Schlangenbad/Taunus.

 
Leseprobe
" (...) Dem Begriff und Wort Glück ist im Werk des Dichters eine auffallend große Bedeutung eingeräumt. Er spricht von der "Tragik aller Glück-Dichter", zumal von der Tragik Eichendorffs, "der nur Glück sang". Besonders den Dichtern rechnet das Glück jeden Gran Seligkeit unerbittlich und untrüglich nach. Letzten Endes sei Glück nur dort vollkommen, wo das ganze Leben eingesetzt - und verloren wird. Usinger sieht in Eichendorff einen Glücksdichter, weil er ein Dichter des Abschieds war.
So ist auch das Gedicht "Das Glück spricht" gemeint:

            Der du Tag und Nacht mich bittest,
            Fürchte, daß ich die erscheine!
            Denn was du wohl an mir littest,
            Sagt der Hoffnungen dir keine.

            Ja, je mehr ich mich dir schenke,
            Daß du ganz erfüllt dich findest:
            Wenn ich scheide, Herz, gedenke,
            Wie du solches überwindest.

            Glaub, an der verlassnen Stätte
            Mag es, Fliehender, geschehen,
            Daß du wünschst, dein Auge hätte
            Niemals mich gesehen.

Damit stimmt überein:

            O wisst es wohl, daß ihr mit eurem Glücke
            Ein gleiches Maß an Elend kauft, an Jammer. (...) "

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