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'Das Bild der Witwe in der deutschen Literatur'


Autorin: Irmgard C. Taylor
Veröffentlichung: 1980
GHL-Nr.: 058


Zum Inhalt
Auf die Spuren von Witwen in der deutschen Literatur begibt sich Irmgard C. Taylor in ihrer Untersuchung, der sie die Betrachtung der Frau als Witwe in der vorliterarischen Zeit voranstellt. Von der mittelhochdeutschen Dichtung spannt sie den Bogen ihrer Darstellung bis hin zum Realismus und zur Literatur des 20. Jahrhunderts.

 
Leseprobe
" (...) Unter den klassischen Dramen Schillers sind mehrere zu finden, die Witwen enthalten. In Wallensteins Tod (1899) werden durch dessen Ehrgeiz und Größenwahnsinn am Schluß drei Frauen, zwei verheiratete und eine verlobte, mit ins Unglück gerissen. Da die allgemeine Katastrophensituation erst im fünften Akt eintritt, erlebt der Zuschauer nur kurz den Beginn des Witwentums der drei. Es handelt sich um die Herzogin, verwitwet durch Wallensteins Ermordung in Eger, Gräfin Terzky, verwitwet durch die Ermordung Terzkys, und Thekla, die Braut von Max Piccolomini, bräutliche Witwe durch den Heldentod ihres Verlobten. Die Ungeheuerlichkeit der Auswirkungen von Wallensteins politischem Handeln wird noch dahingehend gesteigert, daß diese drei Frauen ihr Witwentum nicht tatenlos erleiden, sondern daß jede sofort zu dessen Beendigung durch den Tod schreitet. Gräfin Terzky berichtet "die Herzogin ringt mit dem Tode"¸ wobei es unklar bleibt, was die Todesursache ist. Die Gräfin selbst greift zum Selbstmord durch Gift. Thekla hat schon am Ende des vierten Aktes ihren Plan angekündigt: Sie wird sich bei Nacht zum weit entfernen Grab von Max begeben und sich dort mit dem Geliebten im Tode vereinigen. Ihr letzter Monolog macht dies eindeutig klar:

Nein - auch für mich ward jener Lorbeerkranz,
Der deine Totenbahre schmückt, gewunden.
Was ist das leben ohne Liebesglanz?
Ich werf' es hin, da sein Gehalt verschwunden. (...) "

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