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'Jacobs Jahr'


Autor: Rudolf Krämer-Badoni
Mit einem Vorwort des Autors
Veröffentlichung: 1978
GHL-Nr.: 051


Zum Inhalt
Im Roman treten zwei beherrschende anonyme Figuren, "der Dichter" und "der Chef". Der junge Mann namens Jacob dient beiden, ahnt aber immerdeutlicher, dass die beiden unversöhnlichen Gegner sind. Trotzdem hält er an seiner Doppelexistenz fest, er wird sogar ein Protegé des Chefs, der ihm allerdings auf eine Reise zu französischen und italienischen Mittelsmännern eine dunkle Warnung mitgibt: "Sein Herz zumachen und kühl und berechnend handeln…Das Schwerste : sehen zu müssen, daß ein Freund ihren unabdingbaren Plänen im Weg steht. Ihn behandeln zu müssen, als sei er gar nicht da. Dazu reicht keines Menschen natürliche Härte. Hier muß sich jeder erst besiegen. Und warum? Weil wir für Dinge arbeiten, die wir für wichtiger als uns selbst halten."
(Krämer-Badoni in Vorwort)

Der Roman wurde im Winter 1942/43 bei Goverts/Claasen gedruckt. Nach der Aushändigung der Autorenexemplare wurde die Auflage jedoch nicht an den Buchhandel weitergegeben sondern auf Initiative und aufgrund massiver Bedenken der Verleger vernichtet. Zu deutlich waren die Parallelen der Romanhandlung mit der NS-Herrschaft. - Nicht verhindern konnten die Verleger den Fortsetzungsabdruck in der Kölnischen Zeitung, was jedoch nicht zu Schwierigkeiten führte, da nach Meinung des damals dort tätigen Redakteurs Gerhard F. Hering (später Intendant am Darmstädter Theater) die Aufmerksamkeit der Nazi nicht bis zu den gefährlichen Passagen reichte.

 
Leseprobe
" (...) Er zog eine Mappe mit Akten und Maßregeln hervor: die Namen, an die er sich zu wenden hatte, mit knappen, aber treffenden Anmerkungen über ihre Person, über ihre Stellung im öffentlichen Leben, über vollbrachte Leistungen, über Vorlieben und Gewohnheiten. Selbst über vermeintlich unwichtige Dinge war manches darin zu lesen. So hieß es bei dem amtlichen Vertreter des Chefs in Paris: "liebt geistreiche Bemerkungen, aber nicht die Liebe betreffend"…"hält sich bei Tisch nachlässig, verzeiht dasselbe aber keinem andern." - bei dem Comte de Novouilles, der diesen Vertreter nicht kannte, sondern ein persönlicher Freund des Chefs war und als solcher wirkte. (...) "

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