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'Holzholen'


Autor: Fritz Deppert
Nachwort von Wolfgang Weyrauch
Veröffentlichung: 1970
GHL-Nr.: 029


Zum Inhalt
In 4 Gruppen geordnete Texte nutzen u. a. die Möglichkeiten des Gedichts, der Parabel, der Groteske, der Satire und der variabel strukturierten Erzählung, um den Leser mit Leben und Tod, mit Leiden und Leidenlassen, mit Gewalt und Gemeinheit und doch auch mit Perspektiven der Hoffnung zu verbinden:

I  Grimmige Märchen, nacherzählt
Dornröschen
Froschkönig
Sterntaler
Der gehorsame Soldat

II  und andere Märchen
Es war einmal A-Punkt
Haben
Holzholen
Unbekannt verzogen
Abziehbilder
Die Spinnennetze
Die Zuckersteine
Entzwei
Die Humaniden
Jahresbericht (2469) des Forschungsrates für
Geschichte und Herkunft an die Weltkommun

III  Bundesrepublik, sommerlich
Der Trabant
Das heiße Eisen
Aufgetaut
Weihnachtsgeschenk
Bürgerehrung
PS
Gesang aus dem Papierkorb

IV  Gedanken über Tag
Gedanken beim Aufstehen
Gedanken über Tag
Gedanken, um wachzuliegen

 
Leseprobe
" (...) Die vierte Schule besteht aus einem emblemgeschmückten Saal. Bänke, Tribünen, Rednerpult: die Politikerschule. Die Humaniden sitzen nach Gruppen geordnet. Ich erkenne ihre Zugehörigkeit an roten, rosafarbenen, schwarzen und grünen Binden. Sie lernen gruppenweise schnattern, lernen, dem Geschnatter eines ordengeschmückten Frackträgers zuzuhören und dann zu reagieren je nachdem, welche Binde er trägt. Bei Rot applaudieren die Roten, die Schwarzen gestikulieren Protest, die Grünen scheinen dreinschlagen zu wollen. Nie verpassen sie ihren Einsatz. Die Rollen wechseln sie mit geübter Leichtigkeit. Armbindentausch wird in geringem Umfang gestattet. Kruppengolda veranlasst zwei Humaniden zum Tausch und zeigt mir, wie sie bei einer Abstimmung durchaus ihrer neuen Armbinde entsprechend handeln. Die Zahl der Binden, versichert er, behält er sich vor, ebenfalls ihre Aufteilung. (...) " - Aus: Die Humaniden (S. 43)

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