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'Worte ins Ungewisse'


Rundfunkreden
Autor: Karl Schlechta
Mit einem Nachwort von Walter Jens
Veröffentlichung: 1969
GHL-Nr.: 025


Zum Inhalt
Die zwölf Radiovorträge beschäftigen sich mit unterschiedlichsten Fragen der Kultur, der Wissenschaft und mit einzelnen geistigen Größen wie Franz Grillparzer und Jacob Burckhardt. Die Situation der akademischen Jugend ist ebenso Gegenstand philosophischer Reflexion wie die Perspektiven geistiger Entwicklung im Rahmen einer Bildungsdiskussion.

 
Leseprobe
" (...) Wie dem aber auch sei, eines kann nicht bestritten werden: die studentische Revolte hat die Wohlstands-Gesellschaft bis zu einem gewissen Grade aus dem Schlaf gerüttelt. Dieses Aus-dem-Schlaf-Rütteln ist noch nie ein dezenter oder gar vornehmer Vorgang gewesen. Ich möchte wirklich nicht der Verwechslung von Großem und weitaus Bescheidenerem Vorschub leisten, aber ich glaube nicht, daß Mirabeau und Danton oder gar der allerchristliche Cromwell und der allerunchristlichste Lenin ihre rhetorischen Aktionen um der Liberalität willen mit den Vertretern jener Gesellschaft abgesprochen haben, die sie angriffen. Eine gewisse Vorgabe muß man den jungen Menschen schon leisten. Ich habe, bereits als Hochschullehrer, die sogenannten "spontanen" Willenskundgebungen eines Teils der Studentenschaft in der Nazizeit erlebt: sie hatten einen ganz anderen Charakter - sie waren vor allem konform einer bereits etablierten Macht. Es gab kein Risiko mehr - Im Gegenteil. Die Majorität der Nasse des kleinen Mannes, des ebenfalls sogenannten "gesunden Volksempfindens" war schon vorher umgefallen oder bereits sichtbar im Umfallen begriffen. Dies nur zum Unterschied! (...) " - Aus: Studentenunruhen als sozialkritisches Symptom (S.95)

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