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'Das Ungeheuer Sprache'


Vortrag von: Fritz Usinger
Veröffentlichung: 1965
GHL-Nr.: 015


Zum Inhalt
Der Vortrag wurde am 13. März 1965 vor der Gesellschaft Hessischer Literaturfreunde gehalten. - Fritz Usinger betrachtet die Sprache unter dem Aspekt ihrer Lebensgesetze, ihrer Logik und unter Einbeziehung einer vorsprachlichen Ordnung allen Seins, die er vor die Entstehung jeglicher materialer Existenzen stellt: dem universalen Wort, dem Weltwort, dem Urgrund, dem Logos (Heraklit). Seine Ausführungen streifen Goethes Morphologie als Suche nach diesem Weltwort, und er bezieht andere Formen der Sprache in seine Betrachtungen ein. U. a. das besondere Vermögen der Bildungen der Jugendsprache und das auf außerordentliche Weise in die Sprachwelten Hineinhörenkönnen der dichterischen Begabung, die so kommende Entwicklungen vorweg zu erschauen vermag.

 
Leseprobe
" (...) Eine Entwicklung von Lebensformen gibt es nur dort, wo eine Vorzeichnung der Lebensabfolge durch Information gegeben ist, also durch etwas, das der Schrift und einer Sprache vergleichbar ist. Die Sequenzen in der chemischen Struktur sind Sätze in einer unbekannten Sprache. Dadurch rückt jede Lebensäußerung, auch die primitivste, in die Nähe der Sprache. Natürliche Struktur ist eine wortlose Vorformung der Sprache. Nur werden diese Texte nicht gesprochen, sondern geformt, nicht gelesen, sondern gelebt. Beides entspricht einander so sehr, daß es nicht undenkbar ist, diese wortlose Lebenssprache eines Tages in unsere Wortsprache zu übersetzen, so wie wir umgekehrt unsere Wortsprache heute wieder in die elektronische Ja-Nein-Schaltung der Kybernetik zurückübertragen. (...) " - S.8/9

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