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'Die sieben Todsünden'


Autor: Herbert Heckmann
Mit Zeichnungen von Arthur Fauser
Veröffentlichung: 1964
GHL-Nr.: 013


Zum Inhalt
Am Beispiel der fiktiven Person des jungen Max schildert der Autor in der ihm eigenen nuancierten Sprache die vielfachen Wirksamkeiten der sieben Todsünden:

Stolz, Faulheit, Völlerei, Zorn, Neid, Wollust und Geiz

Doch selbst in der furios übersteigerten Darstellung der reizvollsten Untugenden bleibt der Bezug zum Gemeinten zweifelsfrei herstellbar: Wir alle sind die Adresse, an die sich die von Lebenskritik und wohlwollender Menschlichkeit gleichermaßen getragene Laienpredigt richtet.

 
Leseprobe
" (...) Sein dreißigstes Jahr gedachte er mit einem Fest zu eröffnen, für sich, seine Freundinnen und seine Freunde, reimte Trinksprüche, kaufte ein, daß er krumm ging unter den Lasten, wählte ein rosiges Ferklein aus, die saftigen Lenden eines Hammels, geschmeidige Kalbsnieren, Spargel und Trüffel, Hähnchen zum Introitus und Karamelcrème als Epilog, Käse von Tilsit bis Edam, dazu Trockenbeerenauslese aus fürstlichen Fässern.

Max musste die Taschenuhr seines Vaters versetzen und den Hochzeitsschmuck seiner Mutter, um den frechen Forderungen der Händler gewachsen zu sein, verschloß sich dann siegesgewiß in der Küche, stimmte in seinem hungrigen Baß dies und das Trinkliedlein an, daß die Fensterscheiben erzitterten und die Teller schepperten. Er tanzte zwischen Ofen und Tisch, zwischen Tisch und Schrank, zwischen Schrank und Wasserhahn hin und her, Alchemist und Henker zugleich, und las aus den weißgelben Wölkchen, die unter den Deckeln hervorzischten, die hungrige Zukunft. Die zundertrockene Kehle benetzte er, um sich frei zu machen von der schon verdauten Vergangenheit. Der Duft der Gewürze hüllte ihn ein und rötete seine Wangen. (...) " - Aus: Die Völlerei

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