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'Studien zur deutschen Literatur'


Autor: Walter Hof
Veröffentlichung: 1964
GHL-Nr.: 012


Zum Inhalt
Die Sammlung enthält 5 Aufsätze zur deutschen Literatur:
  • Die gegenwärtige Bedeutung des klassischen deutschen Humanitätsideals (Erstmals erschienen in ‚Germanisch-Romanische Monatsschrift', Jahrgang 1936, S. 270 ff.)
  • Goethes Faust
  • Schuld und Sühne in Stifters "Abdias" (Erstmals in: Die Pädagogische Provinz, Jahrgang 7, 1953, S. 393 ff.)
  • Eduard Mörike zu seinem 150. Geburtstag am 8. September 1954 (Erstmals Die P. Provinz, Jahrgang 8, 1954, S. 449 ff.)
  • Solitäre und Stramm
 
Leseprobe
" (...) Herders persönliche Leistung liegt nun zunächst darin, daß er zuerst die Individualität nicht als bloße, auf mangelnde Aufklärung beruhende Sonderbarkeit oder als quantitative Abwandlung der allgemeinen Menschennatur erklärte, sondern daß er sie als einheitliche, qualitative bestimmte Eigentümlichkeit und als die eigentliche kulturschöpferische Kraft in der Geschichte schaute. Er zuerst hat in der geschichtlich bedingten Eigenart einen W e r t gefühlt, weil er sie zuerst im modernen Sinn als unverlierbare, unvergleichbare und unwiederholbare P e r s ö n l i c h k e i t sah. Das Individuum der Aufklärung war durch jedes andere zu ersetzen, das historische Individuum Herders nicht. Diese Ansicht des Individuums steht bei Herder noch in einem Gegensatz zu seiner Ansicht der Humanität. Wenn es Herder gelungen war, den Gedanken der Individualität über die Aufklärung hinaus auf eine neue Stufe zu heben, so gelang ihm dasselbe mit seinem Gedanken der Humanität nicht. (...) " - Aus: Die gegenwärtige Bedeutung des klassischen deutschen Humanitätsideals, S. 12

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