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'Kurze Kommentare zu Stücken und Gedichten'


Autor: Volker Klotz
Veröffentlichung: 1962
GHL-Nr.: 005


Zum Inhalt
Kronen und lange Haare. Schillers 'Maria Stuart'
Tragödie der Jagd. Kleists 'Penthesilea'
Mythos und Moritat. Synges 'The Playboy of the Western World'
Engagierte Komik. Brechts 'Mann ist Mann'
Stadt im Drama. Wilders 'Our Town'
Wider die Sünde des Quietismus. d'Erricos 'Die Heuschrecken'
Jugendstil in der Lyrik
Das blaue große Bilderbuch mit Sternen. Zu Gedichten der Lasker-Schüler
Schlechte Zeit für Lyrik. Zu Gedichten von Brecht


 
Leseproben
" (...) Penthesileas Tat hat Vorbilder in der Mythologie. Orpheus, der nach seiner erfolgreichen Rückkehr aus dem Hades den Frauen abgeschworen hat, wird von beleidigten Thrakerinnen getötet und zerstückelt. Die Mänaden, die grausamen Gefährtinnen des Dionysos, bringen, im Wahn sich selbst als Jagdhunde und ihn als wildes Tier erlebend, den Pentheus zur Strecke und zerreißen ihn. Noch näher steht den Penthesilea-Vorgängen die Geschichte Aktäons, der Artemis beim Baden belauschte, von der erzürnten Göttin in einen Hirsch verwandelt, von ihrem Pfeil getroffen und von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird. Der Jäger wird zum Gejagten. Allemal ist verletzte Liebe, verletzte Scheu oder Wahn der Antrieb. Allemal erfolgt die Katastrophe aus der Umkehrung der natürlichen Verhältnisse der Geschlechter, aus dem fatalen Rollentausch des Werbenden mit dem Umworbenen, des Verfolgers mit dem Verfolgten. (...) " - Aus: Tragödie der Jagd. Kleists Penthesilea
" (...) Vollends kommt der Zwiespalt zwischen einer männlichen Welt und ihren weiblichen Bewohnern, zwischen öffentlichem Konflikt und privaten Trägern dieses Konfliktes im Höhepunkt des Dramas zum Ausbruch, in der Streitszene im Park. Goethe und auch Schiller haben schon früh das "Unmögliche" dieser Situation erkannt. Hier findet kein Wortgefecht statt zwischen "klassischen" Fürsten, sondern ein - dramatisch genial gestaltetes - Gezänk, die lange angestaute Entladung zweier rivalisierender Frauen, angestachelt durch das Forum ihrer männlichen Begleiter. Ein rhetorischer Damenringkampf, bei dem alle Griffe erlaubt sind. (...) " - Aus: 'Kronen und lange Haare. Zu Schillers Maria Stuart'

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