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'Ocker'


Hörspiel
Autor: Hermann Stahl
Nachwort von Hans Hennecke
Veröffentlichung: 1961
GHL-Nr.: 003


Zum Inhalt
"Hörspiel (geschrieben) als ein Dasein in unserer Zeit spiegelnder großer Monolog, dem nur wenige konkrete Szenen eingefügt wurden." (Stahl) - Die knappe Handlung ereignet sich in einer Espressobar: " Schlussszene Nebenmann - Kellnerin (nachdem die Kellnerin gesagt hat, es komme nicht vor, daß einer von "hier" weggehe, ohne bezahlt zu haben…):
Kellnerin:         Und wer sind eigentlich Sie?
Nebenmann:    (der die Zeitung mit einem Mordbericht aus Kassel - ein
                        gewisser Alfons B. mordet aus Eifersucht - bei sich trägt):
                        Ich bin ein Mann, den man nicht drankriegt, he! Ich bin
                        Alfons B. - aus Kassel.
Kellnerin:         Ja, ich erkannte Sie, sofort. Nur Sie erkannten nicht mich.
                        Sterben verändert die Physiognomie. Doch warten Sie es
                        ab, auch Sie werden bald hier sein - - endgültig, und mich
                        wieder erkennen. Noch meinen Sie, sich in einer
                        Espressobar zu befinden…
(H. Stahl in: Nachbemerkung, S. 43/44)

 
Leseprobe
" (...) Alfred:     Als endlich die Post wieder ging, ich erreichte Carola mit Briefen, auf Umwegen, sie war nicht mehr in jener Stadt, sie antwortete "komm, du musst kommen, er ist nicht zurückgekehrt und weißt du was das für uns bedeutet, komm -" ich - überwältigt von Glück. Nur singen konnte ich nicht mehr, du musst verstehen, Carola, vor einem Vierteljahr entlassen sie mich nicht, eine Kehlkopfverletzung ist langwierig zu heilen, aber davon spreche ich nicht, du verstehst, ich kann im Augenblick nicht kommen und bin so gut wie mittellos, muß mir meine neue Existenz überlegen und aufzubauen anfangen, wenn ich geheilt bin, das verstehst du doch und lässt mir etwas Zeit, ich denke an dich, ich bin bei dir in Gedanken, bei euch - - (...) "

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